Endlich Wochenende!

Während unter der Woche der Arbeitsalltag sich nicht groß verändert, mal mehr und mal weniger Spaß macht, sodass die Tage teilweise zäh vergehen, verfliegen die teils entspannten, teils abenteuerlichen Wochenenden umso schneller. Trotz häufigem Kränkeln ließen wir uns nicht davon abhalten, der schmutzigen Stadtluft in Quito zu entfliehen.
Unser erster Ausflug führte uns in den Nebelwald nach Mindo. Trotz einsetzenden strömenden Regens ließen wir uns nicht unterkriegen und wanderten durch den Nebelwald, der seinem Name alle Ehre machte. Zunächst setzen wir in einem kleinen Korb über eine Schlucht, wo sich uns eine tolle Aussicht auf den exotischen Wald bot. Auf der anderen Seite angekommen, wählten wir den Wanderweg zum großen Wasserfall “La Reina”. Vorbei an kleinen Wasserläufen, exotischen Blumen und riesigen Bäumen wanderten wir durch den strömenden Regen bis zum Wasserfall, der uns noch nasser spritzte. Zurück im Dorf besuchten wir ein Schmetterlingshaus, wo uns handgroße, farbenfrohe Schmetterlinge beeindruckten. Klatschnass, aber zufrieden kehrten wir nach Quito zurück.

Eine weitere Expedition führte uns zum erloschenen Vulkan Cotocatchi, 120km nördlich von Quito, in der Nähe von Otavalo, in dessen Krater sich die Lagune Cuicocha gebildet hatte. Diese Perle der Natur erinnerte uns sehr an die Krombacher Werbung. Vorbereitet auf einen Regentag mit Wechselklamotten und Regensachen begannen wir oben am Kraterrand in der prallen Sonne schnell zu schwitzen und der Sonnenbrand ließ auch nicht lange auf sich warten. In etwa 3,5 Stunden umrundeten Elena und ich den Krater, auf dem Wanderweg, der eigentlich für vier bis fünf Stunden ausgelegt war und uns durch schöne Landschaften an tollen Ausblickpunkten vorbeiführte. Auf dem Weg verloren wir unsere beiden Mitstreiterinnen, die wir auch erst in Quito wiedertrafen.

Um wirkliche Experten in Sachen „Lagunen“ zu werden, machten wir uns zwei Wochenenden später auf zur Lagune des Vulkans Quilatoa. Diesmal umrundeten wir den Krater nicht, da der Wanderweg durch einige Schlenker auf drei Tage geschätzt wird. Außerdem war starker Regen vorhergesagt worden, was zurzeit etwa jeden Tag vorkommt, da wir uns im regenreichsten Monat befinden. Pünktlich zum Regenbeginn saßen wir wieder im Bus zurück nach Quito.

Eine Woche später hielten wir das schlechte Wetter und den Regen nicht mehr aus, sodass wir uns kurzerhand entschlossen nach Canoa an den Strand zu fahren. Freitagabend stiegen wir um elf Uhr in den Bus, sodass wir morgens am Strand ankommen sollten. Da wir alle nicht viel Schlaf bekommen hatten, weil in den Bussen immer Filme laufen oder Volksmusik gespielt wird, war es nicht verwunderlich, dass wir unseren Ausstieg verschliefen und 40 Minuten zu spät im Regenwaldgebiet aus dem Bus sprangen. Da trotz der Versicherung des Busfahrers kein Bus kam, der uns zurück nach Canoa bringen konnte, entschlossen wir uns, zu trampen. Nach kurzer Zeit „Daumen raus“, hielt ein Pick-up an, auf dessen Ladefläche wir zusammen mit Bananen zurück nach Canoa düsten. Angekommen, suchten wir uns ein Hostel und gingen sofort zum Meer. Ab da verlief der Kurzurlaub sehr entspannt mit Sonnen, Baden, Lesen und leckerem Essen.

Frische Luft befreit und tut bekanntlich gut, sodass wir freitags unsere sieben Sachen zusammen sammelten und in die kleine Vorstadt Machachi fuhren, um den 4780 Meter hohen Vulkan El Corazón zu besteigen. Früh am nächstem Morgen ging es zunächst ins kleine Dorf Chaupi und von dort über holprige Straßen mit einem Pick-up zum Ausgangspunkt des Wanderwegs. Quer durchs Andengras stiegen wir immer höher, bis das Klettern begann. Trotz Wolken, Wind, Kälte, dünner Luft und schmalen Kletterpassagen, die normale Leute mit Sicherung erklimmen würden, kämpften wir uns bis zur Bergspitze hoch. Den Abstieg bewältigten wir gerade noch vor dem Gewitter, das den ganzen Berg in Schnee hüllte. Geschafft, müde und stolz kehrten wir nach Quito zurück.

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